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In Alberts Armen

Der schwarze Engel der Aufklärung, Botin des Todes, trägt unschuldiges Weiß und Hellblau. Sandra Hüller stöckelt als Meriem mit entschlossenem Schritt über den staubigen Boden. Jeder Tritt strahlt das Selbstbewusstsein der westlichen Kultur aus, die in die verdüsterte Welt der algerischen Familie Ould El-Assase einbricht, um dieser den Tod des Sohns Moussa zu verkünden. 20 Jahre nachdem Moussa in einem sinnlosen Akt von dem Franzosen Meursault erschossen wurde, der dafür zur Ikone des Existenzialismus aufstieg: als Held von Albert Camus’ Roman Der Fremde.

Drei Mal wird Sandra Hüller an diesem Abend mit dem Satz „Ich heiße Meriem“ in Johan Simons’ Inszenierung Die Fremden auftreten. Eine Frau, die einen Namen hat.

Namenlosigkeit ist das vordergründige Motiv, aus dem Kamel Daouds Roman De…

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