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The week

from 26. until 1. September 2021

Peru

Erste Machtprobe

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Foto: Getty

Gerade drei Wochen im Amt, wird das Linkskabinett von Präsident Castillo (Foto) heftig unter Druck gesetzt. Besonders Regierungschef Guido Bellido erregt die Gemüter und lässt die Justiz nicht untätig. Gegen ihn und weitere Mitglieder der regierenden Partei Perú Libre wird wegen Geldwäsche ermittelt. Bellido muss sich zugleich des Vorwurfs erwehren, er sei ein „Apologet des Terrorismus“ und habe ein ungeklärtes Verhältnis zur früheren maoistischen Guerilla „Leuchtender Pfad“. Was auch immer an Dementis vorgebracht wird, geht unter. Noch fehlte den Rechtsparteien die Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament für eine Amtsenthebung, doch werde um fehlende Stimmen „geworben“. Lutz Herden

Spanien

Abschiebestopp in Ceuta

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Foto: Getty

Das Gesetz legt der Regierung in Madrid Zügel an. So leicht wie gedacht kann sie die 750 marokkanischen Kinder und Jugendlichen nicht aus der spanischen Exklave Ceuta an der afrikanischen Mittelmeerküste in ihr Herkunftsland abschieben. Es unterblieb die vorgeschriebene Befragung über die familiären Umstände. 25 Menschenrechtsverbände haben deshalb vor Gericht Beschwerde eingelegt. Die Klage erbrachte zunächst einen Abschiebestopp von 72 Stunden, den die Stadt Ceuta in eigener Verantwortung verlängert hat. Die Betroffenen zählen zu den etwa 10.000 Migranten, die im Mai schwimmend spanisches Hoheitsgebiet erreicht und auf Asyl gehofft hatten. Lutz Herden

Bahnstreik

Management mauert

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Foto: Getty

Die Unternehmensführung der Bahn tut weiter nichts, um ihre Fahrgäste vor massiven Beeinträchtigungen des Betriebsablaufs zu verschonen. Über das Wochenende hinaus, bis zum kommenden Dienstagmorgen, will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer streiken, zum dritten und bislang längsten Mal in der aktuellen Tarifauseinandersetzung. Anhaltend strittig waren zuletzt die Höhe einer Corona-Prämie für die Beschäftigten sowie die Laufzeit des Vertrags über eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent; die vom Bahn-Management avisierten 40 Monate würden das jährliche Lohnplus auf weniger als einen Prozentpunkt drücken. Die GDL verlangt 28 Monate. Sebastian Puschner

Afghanistan/Deutschland

Luftbrücke von unten

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Foto: Getty

Zivil organisiert, aber länger vor Ort als die Bundeswehr: Erik Marquardt, Europaabgeordneter der Grünen, sowie Initiativen und Bündnisse haben eine private Luftrettung aus Kabul organisiert. Durch Aufmerksamkeit bei Online-Plattformen wie Instagram konnten Spenden eingeworben und am vergangenen Samstag 18 gefährdete Ortskräfte mit einem Charterflug gerettet werden – mehr Menschen hätten Platz gehabt, doch es mangelte an Kooperationsbeeitschaft der schwarz-roten Bundesregierung. Tags darauf ein kleines Happy End: Mithilfe des US-Militärs konnten weitere 189 Menschen ausgeflogen werden. Das private Engagement zeigt: Wo ein Wille ist, ist auch eine Luftbrücke. Leopold von Hanstein

Ausgedacht & draufgesetzt

Die pure Inbrunst

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Foto: picture alliance/dpa

Eine Hüpferin auf dem Trampolin der Gefühle, eine Verteidigungsministerin, die zeigt, wie sie ist, wenn ihr so ist. Nach inniger Umarmung hätte sie dem General gern noch den Graukopf gekrault, doch den trägt er zu hoch. Anmut sparet nicht noch Mühe, doch Annegret reicht nicht rauf. Wer das sah, dem schossen Tränen der Rührung durchs Gemüt. AKK, die einen General erklettert. Erst war keiner da in Wunstorf, dann die pure Inbrunst. Wie es dem General erging, fragt keiner. Natürlich will er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, gestand aber auf Anfrage: Du kommst aus Kabul zurück, wirst von dieser Frau umarmt und fragst dich, habe ich nicht schon genug gelitten? Lutz Herden