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Obskure Bahnfahrt

Mal angenommen, eine Frau kommt nach Hause und ertappt ihren Mann dabei, wie er seine eigene Scheiße mit einem Eisstiel inspiziert ...“ Ein Satz, der mit Wucht aus jeder Wohlfühlzone katapultiert. Dabei ist es nicht etwa eine Figur, die uns hier ihre Koprophagie gesteht, sondern eine Stimme aus dem Off, die mit diesem Satz eine Geschichte beginnt. Wenn ein Erzähler so früh eine solche Bombe platzen lässt, ist man in gewisser Weise gewarnt.

Die Frau – sie heißt Helga (Pilar Castro) – sitzt wenig später in einem Zug. Sie ist auf dem Weg nach Madrid, nachdem sie ihren Mann Emilio (Quim Gutiérrez) in einer psychiatrischen Klinik untergebracht hat. Im Zug trifft die als Verlegerin arbeitende Frau auf den Psychiater Ángel (Ernesto Alterio). Der behauptet, sie zuvor in der Klinik gesehen zu hab…

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