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Unglücklich, sonntags

Ein Freund postete neulich eine entzückende Sommergeschichte. Das meiste davon schien wahr, aber offensichtlich hatte er auch geflunkert. T hatte den Nachmittag am Berliner Wannsee verbracht. Die Mobiltelefone waren im Auto geblieben hieß es, es war ein wichtiger Hinweis, dieser Nachmittag war wohl gerade deswegen so zauberhaft gewesen. Tschrieb lustig antiquiert. Er spielte auf Billy Wilders Menschen am Sonntag (1929) an, den Film hatte er just im Kino gesehen.

In der Anekdote steckt viel von dem drin, was unser digitales Leben ausmacht. Wir Facebookmenschen teilen uns immerzu in Bezügen zu etwas andrem mit. Der Philosoph Byung-Chul Han sagt, „das Zeiterleben des modernen Menschen ist eine zerklüftete, diskontinuierte Ereigniszeit (...) Man zappt sich durch Lebensmöglichkeiten“. Mit Fa…

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