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Der Ruin ist ein Schatz

Baz Luhrmann scheint etwas an sich zu haben, was zum Nörgeln herausfordert. Strictly Ballroom, Romeo + Juliet, Moulin Rouge, Australia und The Great Gatsby (mehr Spielfilme hat der 53-jährige Australier nicht gemacht) – immer war etwas zu viel: zu dick aufgetragen, zu pompös, zu viel „Sound“. Aber wenn es einen Beleg bräuchte dafür, dass der Maßstab für „zu viel“ vielleicht beim Alkoholkonsum, aber nicht in der Popkultur gilt, dann liefern ihn Luhrmanns Filme.

Denn ihnen gelingt mitunter ein rares Kinokunststück: Sie können verzaubern, einem den Atem nehmen, einen so sehr mitreißen, dass man beim Verlassen des Kinos kurz nicht mehr weiß, auf welcher Straße man steht. Sinnlich, kinetisch und hemmungslos laut funktionieren sie weniger als Erzählung mit Anfang, Mittelteil und Ende, sondern…

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