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The week

from 13. until 19. August 2020

Statistik

Die Armut steigt

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Foto: Imago Images

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebte 2019 jeder sechste Bürger an der Armutsgrenze. Damit erreicht das Armutsrisiko einen neuen Höchststand. Die Armutsschwelle liegt bei einem Einpersonenhaushalt bei 1.074 Euro, das sind 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens. Am stärksten betroffen sind Arbeitslose, Alleinerziehende, Migranten und Familien mit drei oder mehr Kindern. In Bremen leben die meisten Betroffenen, dort ist fast ein Viertel der Bevölkerung von Armut bedroht. Diese Entwicklung wird sich im Zuge von Corona verschärfen, die Arbeitslosigkeit steigt und Geringverdiener rutschen in der Kurzarbeit unter die Armutsschwelle. Martina Mescher

Seenotrettung

„Sea Watch 4“ auf Mission

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Foto: Getty Images

Das Rettungsschiff „Sea Watch 4“ ist zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen. Es nimmt Kurs auf die internationalen Gewässer vor Libyen, um Geflüchtete zu retten. Mit an Bord sind auch Vertreter von Ärzte ohne Grenzen. Die „Sea Watch 4“ wird vom Bündnis United4Rescue getragen, hinter dem mehr als 550 zivilgesellschaftliche Organisationen stehen. Ausgangspunkt war eine 2019 auf dem Evangelischen Kirchentag in Deutschland verabschiedete Resolution. Die „Sea Watch 4“ ist derzeit das einzige Rettungsschiff im Mittelmeer, Schiffe anderer NGOs waren in den letzten Monaten in Italien oder Malta am Auslaufen gehindert oder festgesetzt worden. Martina Mescher

Brasilien

Körperrecht eines Kindes

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Foto: Getty Images

Ein Schwangerschaftsabbruch bei einem zehnjährigen Mädchen hat in Brasilien eine Debatte über Abtreibung entfacht, nachdem extremistische antifeministische Aktivistinnen das Mädchen wegen des Abbruchs bedroht und ihre Daten veröffentlicht hatten. Die Zehnjährige war von ihrem Onkel vergewaltigt worden. Eine Klinik lehnte den Eingriff ab, der nach brasilianischem Recht jedoch legal ist, das Abbrüche dann erlaubt, wenn eine Vergewaltigung vorliegt oder das Leben der Mutter bedroht ist. Das Mädchen suchte dann eine Spezialklinik auf, vor der sich Proteste formierten. In Brasilien werden pro Stunde vier Mädchen unter 13 Jahren vergewaltigt, die meisten Täter sind Verwandte. Elsa Koester

Klimawandel

Tal des Hitzetodes

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Foto: Imago Images

Sibirien ist nicht gerade bekannt für seine Hitze, dennoch wurde Ende Juli mit 38 Grad Celsius die hier bislang heißeste Temperatur gemessen – die Hitzewelle wird von Waldbränden begleitet. Ein anderer Hitzerekord wurde nun im für seine Extreme durchaus bekannten Death Valley verzeichnet: Am 16. August herrschte in der Wüste, die sich teils mehr als 80 Meter unter Meereshöhe befindet, eine Temperatur von 54,4 Grad Celsius. Wird diese Messung von der Weltorganisation für Meteorologie in Genf bestätigt, wäre dies die dritthöchste je registrierte Temperatur auf der Erde. Zumindest die Hitze in Sibirien ist laut Klimaforschern ausschließlich durch den Klimawandel erklärbar. Elsa Koester

Polizeivideo

Auf dem Ohr knien ist ok

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Ein Polizeieinsatz in der Düsseldorfer Altstadt: Randalierende Jugendliche in einem McDonalds-Restaurant. Doch dann taucht im Internet ein Video auf, das einen Polizisten zeigt, der im Nacken eines Jugendlichen zu knien scheint. Der Teenager habe nicht zu den ursprünglich Festgenommenen gehört, sondern die Aufnahme der Personalien Anderer gestört, sagte der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU). Daraufhin sei er am Boden fixiert worden; es sei aber nicht klar, wo genau das Knie des Polizisten aufgesetzt worden sei. Laut Polizeivorschriften in NRW sei ein Knien auf dem Ohr oder Kieferknochen in Ordnung, ein Knien auf dem Hals hingegen nicht. Pepe Egger