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The week

from 16. until 22. August 2018

Jammer-Rap

Platt ist heute

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Foto: Andreas Rentz

Im Frühjahr gaben bekanntlich viele Musiker ihren Echo zurück, nachdem die Rapper Kollegah (Foto) und Farid Bang mit dem Preis für ein Album ausgezeichnet worden waren, auf dem sie die Opfer des Holocausts verhöhnen. Der Echo wurde dann abgeschafft. Die Rapper hat das offenbar traumatisiert. Im Video zu ihrer neuen Single In die Unendlichkeit werfen sie die Trophäe melodramatisch von einem Parkdeck, der Song selbst ist ein einziges Gejammer über die Causa. Das Cover des zugehörigen Albums ziert ein Foto der Preisvergabe. Für dieses Selbstmitleid haben sehr viele Menschen erstaunlich viel Zeit: Platin war gestern ist diese Woche auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Christine Käppeler

Kolumbien/Venezuela

Unumkehrbarer Abschied

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Foto: imago/Eibner Europa

Das Verhältnis zwischen Bogotá und Caracas ist angespannt. Zunächst hatte Präsident Maduro Kolumbien beschuldigt, hinter dem versuchten Attentat während einer Militärparade am 4. August zu stecken. Jetzt hat der neue kolumbianische Außenminister Trujillo den Rückzug seines Landes aus der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) angekündigt. Wie das Portal amerika21 schreibt, wolle sich Kolumbiens neuer Präsident Iván Duque aus einer Assoziation zurückziehen, die man als „Komplizin der venezolanischen Diktatur“ betrachte. Zwar müsse man sich noch mit den UNASUR-Ländern Argentinien, Chile und Peru abstimmen, so Trujillo, doch sei der Entschluss unumkehrbar. Lutz Herden

Brasilien

Lula bleibt Kandidat

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Foto: Douglas Magno/AFP/Getty Images

Vorerst bleibt die linke Arbeiterpartei (PT) entschlossen, an Lula da Silva als ihrem Kandidaten für die Präsidentenwahl Anfang Oktober festzuhalten. Da der Ex-Staatschef seit April wegen eines umstrittenen Urteils in Haft ist, muss am 17. September das Nationale Wahlgericht entscheiden, ob die Bewerbung zugelassen wird. Sollte es ein Verbot geben, weil Lula ein in zweiter Instanz wegen Korruption Verurteilter ist, kann gegen eine solchen Entscheid beim Obersten Gericht Berufung eingelegt werden. Was geschieht, scheitert der PT auch dort? Angesichts der das Lula-Verfahren prägenden Parteilichkeit ist das mehr als denkbar. Dazu hat die PT-Führung wiederholt erklärt: Es gibt keinen „Plan B“. Lutz Herden

SPD

Rente auf ewig

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Foto: Sean Gallup/AFP/Getty Images

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in dieser Legislaturperiode eine Garantie des Rentenniveaus bis 2040 beschließen. Bislang hat sich die Große Koalition auf eine Stabilisierung bis 2025 geeinigt. Der Vizekanzler begründete seinen Vorstoß damit, dass stabile Renten das beste Mittel gegen populistische Tendenzen seien. Wenn das nicht klappt, werde die SPD einen Rentenwahlkampf führen, verkündete Scholz. Die Union wies das Ansinnen scharf zurück. Das sei weder ein Sommerloch- noch ein Wahlkampfthema. Ab 2020 beginnt sich die Babyboomer-Generation in den Ruhestand zu verabschieden. Sie stellt übrigens das zweitstärkste Alterssegment in der CDU-Wählerschaft. Martina Mescher

Überwachung

FDP gegen Trojaner

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Foto. Malte Christians/dpa

Pünktlich zum Geburtstag kommt die große Klagewelle. Am 24. August wird das Staatstrojaner-Gesetz ein Jahr in Kraft sein. Nach dem Verein Digitalcourage und dem Bundesverband IT-Sicherheit hat nun auch die FDP eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz eingereicht. Überwachungssoftware auf Computern oder Smartphones greife in „unverhältnismäßiger Art und Weise“ in den „empfindlichen Bereich der digitalen Privatsphäre“ ein, sagte FDP-Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann. Damit liegt er völlig richtig. Aber man muss fragen, warum die FDP in NRW gerade an einem Polizeigesetz mitwirkt, das den Zugriff auf Messengerdienste wie Whatsapp erlauben soll? Martina Mescher