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Die Liebe, das Essen, der Tod

Lars Thorvald liebte zwei Frauen. Das war’s dann wohl, schoss es ihm durch den Kopf, als er auf den kalten Betonstufen saß, die zu seiner Wohnung hinaufführten. Vielleicht hätte er auch mehr als nur diese zwei lieben können, aber daraus würde wohl nichts mehr werden.

An diesem Morgen hatte er entgegen ärztlicher Anweisung geschmorte Schweineschulter püriert, dabei aus dem Küchenfenster auf das verschneite Dach des Happy-Chef-Restaurants auf der anderen Seite des Highways gesehen und einer dieser Frauen ein Liebeslied vorgesungen. Es war ein Beatles-Song, und er galt seiner kleinen Tochter, die auf dem Wohnzimmerboden schlief, wobei Lars den Namen des Mädchens im Original durch den seines Babys ersetzte.

Mit achtundzwanzig hatte er das erste Mal zu einer Frau „Ich liebe dich“ gesagt. Und…

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