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The week

from 12. until 18. August 2021

Emissionen

Klimaziel verfehlt

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Foto: Getty Images

Laut einer Studie der Denkfabrik Agora Energiewende werden die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2021 um 47 Millionen Tonnen gegenüber 2020 steigen. Schon vor zwei Wochen hatte das Öko-Institut prognostiziert, dass die Emissionen um 60 Millionen Tonnen ansteigen würden. Das bedeutet zweierlei: Erstens, dass der Rückgang der Emissionen 2020 eben doch nur dank Corona und nicht etwa wegen irgendwelcher Klimaschutzmaßnahmen passiert ist. Und zweitens, dass Deutschland seine Klimaziele verfehlen wird; gegenüber 1990 ist das ein Rückgang von 36 beziehungsweise 37 Prozent, statt der 40 Prozent, zu denen sich die Bundesregierung verpflichtet hatte. Pepe Egger

Haiti

Nach dem Beben

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Foto: Getty Images

Ein starkes Erdbeben hat am Samstag den karibischen Inselstaat Haiti erschüttert. Rund 1.400 Menschen starben, mehr als 5.700 Menschen wurden verletzt. Das Beben mit Stärke 7,2 auf der Richterskala führte dazu, dass viele Gebäude einstürzten; Erinnerungen an das Beben von 2010 wurden wach, bei dem mehr als 316.000 Menschen getötet wurden. Damals wie heute folgte auf die Naturkatastrophe die Stunde der Hilfszusagen und der internationalen Unterstützung; wie aber zahllose NGO damals Hilfsprojekte völlig an den Bedürfnissen der Haitianer vorbei entwickelten, hat für viel Kritik gesorgt. Mehrere Milliarden Euro an Hilfsgeldern wurden oft ohne nachhaltige Wirkung ausgegeben. Pepe Egger

Lieferdienste

Der Arbeitskampf bringt’s

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Foto: Getty Images

Die „Aktion gegen Arbeitsunrecht“ konnte es selber nicht ganz glauben: Just am Vorabend ihres Aktionstages am Freitag, dem 13., „gegen Horror-Jobs bei Lieferando und Gorrillas“ wurde bekannt, dass Lieferando, immerhin der größte Lieferdienst Europas, seine Fahrer:innen künftig unbefristet beschäftigen will. Damit erfüllte Lieferando eine von sechs Forderungen des Aktionsbündnisses. Die anderen fünf wären: „Arbeitsschutz & Sicherheit“, „Union Busting stoppen: Betriebsräte gründen“, „Sechs Monate Probezeit sind zu lang!“, „Ausrüstung und Reparaturen sind keine Privatsache“ und „Transparente Abrechnung, kein Trinkgeld-Klau und andere Tricksereien!“ Pepe Egger

Berlin

Wir bauen uns eine Stadt

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Foto: Imago

Der wohl ödeste Ort Berlins ist der Molkenmarkt zwischen Nikolaiviertel und Rotem Rathaus. Dem Regierenden Bürgermeister wird dort täglich die Misere an sich vor Augen geführt, Touristen kommen hier vom Regen (Alex) in die Traufe. Seit zwei Jahren sind Mühlendamm und Grunerstraße eine Baustelle – der ursprüngliche Straßenverlauf soll hergestellt werden. Das reicht aber nicht: Franz Jahnke (SPD) fordert nun, die Berliner Altstadt in toto wieder aufzubauen. Seit der Initiative um den Wiederaufbau des Palastes (der Freitag 31/2021) gibt es kein Halten mehr. Schön wäre: Wenn man auch Westberlin wieder aufbauen würde, samt Bolle am Görli und Schimmelpfeng-Haus. Michael Angele

Ausgedacht & draufgesetzt

Wer bin ich?

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Foto: Imago

„Die Nacht war lang und lüstern, der Traum sehr tief und düstern, Wind schlich ums Gemäuer, da schrillt ein Telefon ganz ungeheuer. Was singen denn so spät die lieben Telegrafendräht’?“ So beginnt das Protokoll eines Gesprächs, das jemand in den toten Winkel unseres toten Briefkastens warf. Lesen Sie, es ist sensationell. Söder: „Wer bin ich?“ Laschet: „Der erste Bruder meiner Schwesterpartei.“ Söder: „Wer bin ich?“ Laschet: „Kanzlerkandidaturkandidat von CDU/CSU auf Lebenszeit!“ Söder: „Wer bin ich?“ Laschet: „Mein Nachfolger.“ Söder: „Wer bin ich?“ Laschet: „Mein Nachfolger in Kürze.“ Söder: „Damit?“ Laschet: „Die C-Parteien bei der Wahl nicht im B-Finale enden.“ Lutz Herden