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Im Namen des Sohnes

Kapitän Carlo Giarratano überlegt nicht lange, als er im Juli bei einem nächtlichen Fischfang vor der libyschen Küste verzweifelte Rufe von einem Schlauchboot hört. Etwa 50 Migranten ist der Treibstoff ausgegangen. Da der 36-jährige Sizilianer nach den Gesetzen der See lebt, gibt er den Menschen auf dem havarierten Boot an Wasser und Lebensmitteln alles, was er an Bord hat. Während sein Vater Gaspare die Rettung an Land organisiert, wartet Carlo fast 24 Stunden auf ein italienisches Küstenboot, das die Migranten nach Sizilien bringt. Die Nachricht von dieser Hilfsaktion geht um die Welt, nicht nur weil sie eine gute, sondern vor allem eine mutige Tat ist. Seit Innenminister Salvini Italiens Häfen für Schiffe, die Menschen auf Seenot retten, geschlossen hat, wissen die Giarratanos, dass …

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