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The week

from 8. until 14. August 2019

Venezuela

Gespräche unterbrochen

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Foto: Getty Images

Es sah bisher noch nie nach einem Durchbruch aus, nun hat die venezolanische Regierung weitere Sondierungen mit der Opposition auf Barbados zunächst storniert. Offiziell heiße es in Caracas, die in der zurückliegenden Woche verschärften Sanktionen der USA seien „eine schwere und brutale Aggression“, so das Nachrichtenportal amerika21. Damit solle die Ökonomie weiter blockiert werden. Oppositionsführer Juan Guaidó feiert und unterstützt die Maßnahmen der USA, die aus Sicht von Präsident Maduro gegen die Souveränität des Landes gerichtet sind. Deshalb soll zunächst geprüft werden, ob ein Dialog „wirklich effektiv“ ist und „den Interessen unserer Bevölkerung“ entspricht. Lutz Herden

Verlagswesen

Ende und Anfang

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Foto: Getty Images

Das wichtigste Projekt des Hamburger Laika Verlags war Die Bibliothek des Widerstands: Filme zur Revolte seit den 60ern, zum 2. Juni, zu Angela Davis, mit Begleitbüchern. 30 Bände erschienen. Auch Žižek oder Badiou verlegte Laika. Getragen wurde das von einer IT-Firma. Doch die Mehrheitsgesellschafter vermissten Gewinn: „De jure existiert der Verlag noch, de facto ist er aus der Welt gestellt“, schrieb Verleger Karl-Heinz Dellwo nun auf Facebook. Mit Gabriella Angheleddu gründete er die Galerie der abseitigen Künste. Man werde „da auch Bücher verlegen, aber auch im Bereich des Theaters und der Kunst ein paar Dinge machen“, schrieb Dellwo uns. Wir wünschen viel Erfolg! Mladen Gladić

Nordkorea

Aktion und Reaktion

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Foto: Getty Images

Die Regierung in Pjöngjang reagiere mit ihren Raketentests auf die „ungeheuerliche Verletzung des diplomatischen Prozesses“, so die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Wochenende. Angespielt wird auf laufende Verhandlungen sowie die am 5. August begonnenen amerikanisch-südkoreanischen Manöver, bei denen ein Angriff auf den Norden simuliert wird. Ebenso energisch kritisiert wird die Verlagerung von Kampfjets des Typs F-35 sowie von Global-Hawk-Drohnen der US-Armee nach Südkorea. Präsident Trump hat trotz der Spannungen angedeutet, dass er sich schon bald ein weiteres Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un vorstellen könne. Lutz Herden

Abschiebung

Fesseln im Flugzeug

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Foto: Imago Images

Die Bundespolizei fesselt immer mehr Geflüchtete bei Abschiebeflügen. Im ersten Halbjahr 2019 kam es in 1.289 Fällen zum Einsatz solcher „Hilfsmittel körperlicher Gewalt“ wie Fuß- oder Handfesseln und Festhaltegurte, wie eine Kleine Anfrage der Linkspartei ergab – mehr als im gesamten Vorjahr. Das Bundesinnenministerium begründet den zunehmenden Einsatz der Maßnahmen damit, dass mehr Personen während der Flüge Widerstand leisteten. 869 Abschiebungen seien aus diesem Grund gescheitert. Insbesondere werden Migranten aus Algerien, Marokko, Gambia und Nigeria gefesselt. In diesen Ländern werden Minderheiten und Andersdenkende nach wie vor verfolgt. Josa Zeitlinger

Chemnitz

Solidarisierung mit Frahn

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Foto: Imago Images

Sie hielten Trikots und Plakate mit der Rückennummer 11 in die Höhe; als der Stadionsprecher die Aufstellung und die Torschützen verlas, schallte stets „Frahn, Fußballgott“ durch das Stadion des Chemnitzer FC. Dabei stand Daniel Frahn am Sonntag im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV (7:8 n. E.) gar nicht auf dem Platz – wegen seiner mutmaßlichen Nähe zu rechten Fans hatte der Verein ihn entlassen. Zuletzt war der verletzte Frahn auswärts im Gästeblock mit Fans gesehen worden, die rechten Kreisen angehören. Unter Anhängern kursiert der Vedacht, der für das beim CFC laufende Insolvenzverfahren eingesetzte Verwalter habe den Top-Torjäger und Kapitän von der Gehaltsliste bekommen wollen. Sebastian Puschner