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Bleib mir weg

Die Leserschaft dieser Zeitung würde sich sicherlich nur ungern den Ferienbungalow mit zwei Handwerkern aus Berlin-Moabit teilen, die jeden Morgen die Bild-Zeitung lesen. Genauso wie eben diese Handwerker, die im Atelier der Konzeptkünstlerin die sanitären Anlagen neu installieren, das hier überdimensional aus dem Boden ragende Gesicht eines schreienden Mannes kaum eines Blickes würdigen. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist im Grunde zugespitztes Symptom eines tiefen gesellschaftlichen Problems: Ein Gefälle von Bildung, Vermögen, sozialer Kompetenz gab es sicherlich schon immer, jedoch war es nie so leicht wie heute, von den „anderen“ wenig bis gar nichts mehr mitzubekommen.

Gerade das Kino, dessen Bilder auf dem Rummelplatz laufen lernten, konnte einst im besten Fall mit ei…

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