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Große Erwartungen

Sagenhafte 808 Minuten dauert Mariano Llinás’ Film La Flor. Es ist der längste argentinische Film aller Zeiten. Nach ungefähr dem ersten Viertel wendet sich der argentinische Filmemacher mit einer Zeitansage an sein Publikum: Bis zum Ende seien es jetzt noch soundsoviele Stunden und Minuten. Der Hinweis auf die exzessive Dauer des Werks lässt sich dabei weniger als ein Wink an das Durchhaltevermögen der Zuschauer verstehen denn als ein schelmisches Meta-Moment in einem an Metaebenen reichen Epos. Im Unterschied nämlich zu anderen überlangen, kontemplativen Filmen, die ihre Kraft durch die Erfahrung von Zeit entfalten, gerät La Flor durch Ideenreichtum und Spiellust ins Schillern.

Llinás, der einleitend an einer Raststätte sitzend die dramaturgische Struktur des Films anhand einer Skizze…

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