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The week

from 9. until 15. August 2018

Serbien/Kosovo

Grenzkorrektur

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Foto: Getty Images

Die EU bindet eine Aufnahme Serbiens und des Kosovo an ein normalisier-tes Verhältnis zwischen Belgrad und Pristina. Um in dieser Hinsicht voranzukommen, könnte ein Gebietsaustausch ein Weg sein. Die Hinweise verdichten sich, dass Kosovo-Staatschef Hashim Thaçi und Serbiens Präsident Aleksandar Vučić einen solchen Schritt erwägen. Danach könnte der vorwiegend von Serben bewohnte Norden des Kosovo um Mitrovica wieder Serbien zugeschlagen werden, das seinerseits albanisch besiedeltes Gebiet im Raum Presevo abgibt. Doch ist es fraglich, ob sich Thaçi damit intern durchsetzen kann. Bisher haben alle kosovarischen Parteien Grenzkorrekturen strikt abgelehnt. Lutz Herden

Russland

Rekordgewinn

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Foto: Getty Images

Dem Ölkonzern Rosneft können neue US-Sanktionen gegen die russische Wirtschaft offenbar nichts anhaben. Inzwischen stieg der Aktienkurs des Unternehmens um 45 Prozent seit Jahresbeginn. Maßgeblich geht das auf den Rekordgewinn zurück, den die Gesellschaft in den ersten beiden Quartalen 2018 erzielt hat. Nach einer Mitteilung von Konzernchef Igor Setschin lag der bei 228 Milliarden Rubel (3,6 Milliarden Euro). Gleichzeitig mit dieser Bilanz wurde bekannt, dass fortan eine Wachstumsstrategie verfolgt wird, bei der keine weiteren Zukäufe von Firmen geplant sind. Stattdessen soll es mehr unkonventionelle Projekte wie die Ausbeutung von Schieferölressourcen geben. Lutz Herden

SPD

Genosse Sarrazin

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Foto: Imago

Was die Bundesbank geschafft hat, ist der SPD nicht gelungen: Thilo Sarrazin loszuwerden. Bei der Bank hat Sarrazin letztlich selbst um seine Entlassung vom Vorstandsposten gebeten, versüßt wurde der Rückzug mit einer Erhöhung seiner Altersbezüge. Das war 2010, kurz zuvor hatte Sarrazin in Deutschland schafft sich ab sozialeugenische Ansichten verbreitet. Am 30. August wird wieder ein Buch von ihm zum Thema Islam erscheinen. SPD-Politiker wollen nun erneut prüfen lassen, ob er aus der Partei ausgeschlossen werden kann, es wäre der dritte Versuch. Freiwillig wird Sarrazin kaum gehen wollen, denn als Marketing dürfte die SPD-Mitgliedschaft für ihn immer noch rentabel sein. Martina Mescher

Bildungsnotstand

Hurra, die Schule brennt

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Foto: dpa

Die Ferien sind vorbei: In vielen Bundesländern drücken die Kinder bereits wieder die Schulbank. Doch wer steht an der Tafel? Berlin startet mit 500, Sachsen mit 230 unbesetzten Stellen ins neue Schuljahr. Die GEW warnt nun vor einem Bildungsnotstand und davor, das Problem mit Quereinsteigern zu lösen: In Sachsen sei bereits mehr als die Hälfte der neu eingestellten Lehrer ohne Lehrerausbildung. GEW-Vorsitzende Marlis Tepe forderte, dass die Zahl der Studienplätze und Vorbereitungsdienste langfristig erhöht werden müsse. So lange müsste das Studium von Psychologie oder Pädagogik als Mindestanforderung gelten, angehende Lehrer ohne Ausbildung bräuchten einen Crashkurs. Elsa Koester

USA

Hassprediger

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Foto: Picture Alliance/NurPhoto

Nur ein kümmerlicher Trupp von ein paar Dutzend Neonazis kam am Wochenende nach Washington, um für „die Rettung der Weißen“ in den USA zu demonstrieren. Mit dem Aufmarsch vor dem Weißen Haus sollte an die Gewaltorgie vor Jahresfrist in Charlottesville erinnert werden, als Ultrarechte durch die Stadt in Virginia zogen, um die angebliche Überlegenheit der weißen Rasse zu verkünden. Donald Trump war seinerzeit um rhetorischen Beistand nicht verlegen und hatte getwittert, unter diesen Amerikanern seien „sehr feine Leute“. Einer von diesen „feinen Leuten“ steuerte sein Auto gezielt in eine Gruppe von Gegendemonstranten und tötete die 32-jährige Heather Heyer. Lutz Herden