Loading

Der Sog der DDR

placeholder issue title image

Foto: Daniel Biskup/Laif

Kann man eine Gesellschaft wie eine Festplatte re-formatieren? Schwierig. Deshalb gibt der ostdeutsche Soziologe Steffen Mau auch keine Reparaturempfehlung. Was er auch nicht will: durch Besserwissen von heute die Erfahrung von damals entwerten.

der Freitag: Herr Mau, Sie sind im Rostock der 70er Jahre aufgewachsen. Im Plattenbauviertel Lütten Klein.

Steffen Mau: Man sagte damalsja „Neubaugebiete“. Sie schossen überall in der DDR ab Mitte der 60er Jahre aus dem Boden. In Rostock wohnten hier fast 70 Prozent der Bevölkerung. 70 Prozent!

Der Nachbar konnte ein Opernsänger sein, ein Oberst, ein Werftarbeiter. Es gab keine großen Lohnunterschiede und damit keine Klassenunterschiede. Klingt idyllisch …

Diese soziale Nivellierung und Angleichung der Lebensweis…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.