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Das nationale Kollektiv

Die Debatte um Mesut Özil ist fast vorüber. Dass der Fußballer die deutsche Nationalhymne nicht mitsang, dass er sich mit dem türkischen Präsidenten fotografieren ließ, dass er die Existenz von Rassismus in Deutschland feststellte und schließlich aus der Deutschland repräsentierenden Fußballmannschaft ausstieg – all das mündete in eine Debatte über „Integration“ von Menschen, die als Gruppe lediglich zwei Merkmale verbindet: Sie leben in Deutschland, und ihre Integriertheit wird irgendwie angezweifelt. „Integrationsdefizit“ lautet die Diagnose. Worin besteht dieses Defizit? Und warum hört die Debatte nicht auf, sondern gewinnt an Schärfe – und wird sich bald neues Material suchen?

Früher, in den 1950er, 1960er, 1970er Jahren, reichte es aus, sich als Ausländer aus den Armutsregionen der…

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