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Zwischen Palazzi und Pappkartons

I. Die aneinandergereihten Studios der Villa Massimo

gleichen einem Reisebus, der niemals den Hügel über der Piazza Bologna verlässt. Die Deutsche Akademie Rom, dieser zypressen- und piniengeschmückte Kopfbahnhof, ist splendid gelegen, es soll schon Stipendiaten gegeben haben, die nach Ankunft keinen Schritt mehr vor das eiserne Tor der Villa taten. Während der Architekt gleich loszieht, um in zweitausend Jahre Menschheitsgeschichte einzutauchen, schließt der Medien-Eremit sorgsam die Türen seines Studios und dreht für zehn Monate einsam an den Reglern seiner elektronischen Geräte. Eine Künstlerkolonie ist ein Wagnis, Künstler zu sein birgt so wenig Gemeinsamkeiten wie Linkshänder zu sein, Allergiker oder Mutter.

Nicht allen gelingt der Aufenthalt. Da scheitert der Maler an Rom oder an …

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