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Wenn die Dinge zornig werden

Mit Kleine Kassa legte Martin Lechner 2014 einen virtuosen Debütroman vor. Er schickte einen modernen Simplicissimus auf einen Hindernisparcours durch seine Heimatstadt Lüneburg, wobei die hyperbolische Sprache in dem naiv-klugen Protagonisten stets ein Zentrum hatte, alle narrativen Fäden liefen dort zusammen. Auf einen solchen identifikatorischen Anhalt muss der Leser in seinem neuen Erzählungsband Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen verzichten. Trägt und bewegt Lechners rhythmische Sprache, die gleichermaßen von Verdichtung wie von arabesker Verzweigung lebt, auch kurze Texte?

Der Autor entwirft Experimentier-Anordnungen, Un-Fälle zwischen Menschen, zwischen Menschen und Dingen. Der Leser steht vor einer Absperrung. Er weiß: Dies ist ein Tatort. Oder eine Parade von Freaks. Es tret…

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