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Drama mit Trauma

Erst mal ist da nur die Erinnerung. Die drei auf drei Meter große Fläche bleibt gedankliche Kulisse. Schwere Filzvorhänge dunkeln die Fensterfront des Jugendzentrums ab. Es ist so leise, dass man Samer schlucken hört, als er auf die beleuchtete Fläche tritt. Wie ein Fußballspieler nach dem Tor triumphiert der 16-Jährige, er rennt durch das Quadrat, albert herum. Einen Moment später versteckt er sich schreiend hinter den Vorhängen. Aus dem arabischen Monolog stechen zwei Worte hervor: „Europa“, und noch deutlicher: „Mama“. Samer schlägt mit der Faust gegen die Wand, als ein Handy klingelt. „Alemanja“, wiederholt er ungläubig. Jetzt schießen dem zierlichen Jungen Tränen in die Augen. Er muss verlegen grinsen. Während seine Freunde applaudieren, fallen seine Schultern.

„Wir brauchen keinen…

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