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Erschöpfte Verehrung

Je mehr sich Russland auf der politischen Bühne vom Partner hin zum erneuten Feind des „Westens“ entwickelt, desto stärker scheint der Osteuropa-Hype in der Popkultur Einzug zu halten. In den letzten Jahren ist das besonders gut in der Berliner Musikszene zu beobachten – ausverkaufte Konzerte, Clubnächte osteuropäischer Labels, bis hin zum Festival-Special Südosteuropa. Der Trend könnte nicht gegenläufiger zur politischen Wetterlage sein, insbesondere seit 2014. Erst waren die brutalistische Architektur und Sowjet-Ästhetik wieder angesagt, dann füllten harte Gopnik-Streetstyles aus dem Ostblock der 90er die Seiten der Vogue, Laufstege und wenig später die Straßen der Welthauptstädte. Russische Knast-Tattoos kann man sich jetzt bequem am Nachmittag des familienfreundlichen Red Square Fes…

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