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Was lief da mit der Seghers?

Hasso Grabner hatte ein Jahrhundertleben: geboren 1911, gestorben 1976; Buchhändler in Leipzig, Kommunist, Häftling im KZ Buchenwald, Soldat im Strafbataillon 999 und nach dem Krieg dann für kurze Zeit Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks, danach Generaldirektor der gesamten ostdeutschen Stahlindustrie, Werkleiter im Großkombinat „Schwarze Pumpe“ und ein Pragmatiker mit „fröhlichem Hang zur Schizophrenie“, wie sein Biograf Francis Nenik schreibt. Dieser Hasso Grabner erfreute sich mehrerer Parteistrafen bis hin zur Degradierung zum Hilfsarbeiter. Alles in allem recht gute Voraussetzungen für seine spätere Karriere als Schriftsteller.

Wie konnte es geschehen, dass ein solcher Mann derart in Vergessenheit geriet? Weil er ein Held zweiter Klasse sei, meint Nenik, weil Grabner nicht in d…

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