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Mein Reichtum komme

Nach 30 Minuten ist es vorbei. Da sitzt keiner der Besucher mehr auf seinem Stuhl. Alle wiegen sich, tanzen, haben die Arme erhoben, rufen Hallelujas. Vorn auf der Bühne rockt der Chor, ein junger Mann mit einer Gitarre hüpft auf und ab. Vier Kameras erfassen das Geschehen, übertragen abwechselnd den Chor, den Gitarristen oder das Publikum auf eine riesige Leinwand. Leise surren die Klimaanlagen.

Der Gitarrist legt sein Instrument beiseite und ergreift ein Mikrofon. Er hat sein schwarzes Jackett ausgezogen, das weiße Hemd klebt an seinem Körper, Schweiß rinnt über sein Gesicht. „Und nun alle“, schreit er, „zeigt Jesus, dass ihr ihn liebt, lasst euch fallen in die Hände des Herrn.“ Der Chor tritt in Engelskleidern nach vorn an den Bühnenrand. „You can move mountains.“ Die Menge fällt in …

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