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Herausstechen

Wer hätte Anfang der 90er gedacht, dass drei Jahrzehnte später nicht mehr aus der Masse heraussticht, wer „sich nicht gerade das Gesicht tätowieren lässt“? Die Worte des ehemaligen Chefredakteurs des Tätowier Magazins, Dirk-Boris Rödel, mögen für jene, die über ein Tattoo nachdenken, eher desillusionierend klingen. Aber sie bringen die Erfolgsgeschichte der „subkutanen Tinte“ auf den Punkt, die zu einer Selbstverständlichkeit zeitgenössischen „kuratierten Lebens“, wie es der Soziologe Andreas Reckwitz ausdrückt, geworden ist.

Für den deutsch-amerikanischen Theologen und Lyriker Paul-Henri Campbell war es höchste Zeit, der „subkutanen Tinte“ ein ganzes Buch mit Interviews zu widmen und mit seinen Gesprächspartnern die kulturanthropologischen sowie religions- und mediengeschichtlichen Tra…

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