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Netflix löscht einen Tod

Nach jahrelangen Debatten hat sich Netflix entschieden, die Suizid-Szene aus der preisgekrönten Serie Tote Mädchen lügen nicht nachträglich zu löschen. Die Folge aus der ersten Staffel ist jetzt nur noch gekürzt abrufbar. Das ist ein Fehler. Es geht um den Schutz selbstmordgefährdeter Zuschauer, denn unter PsychologInnen gilt, dass von Suiziddarstellungen Ansteckungsgefahr ausgeht: der sogenannte Werther-Effekt. Aber lastet die volle Verantwortung dafür auf der drei Minuten dauernden Szene, in der sich die Hauptfigur das Leben nimmt?

In Wirklichkeit hat die Szene die Serie gerettet. Tote Mädchen lügen nicht ist ein heikles Format, doch ihr größter Fehler besteht nicht darin, einen Selbstmord zu zeigen. Sondern zu suggerieren, dass das Erzählen einer großartigen Geschichte durch eine Fra…

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