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Ein Weg zu viel

Im geräumigen Warteraum der Rehabilitationsklinik Cirec sitzt Jair Montaña Mendéz und wartet auf seinen Termin. Unüblich für kolumbianische Gepflogenheiten wird der 44-Jährige an diesem Morgen Punkt acht Uhr aufgerufen. Mit einem Rucksack beladen humpelt der kleine, sportliche Mann auf eine Krücke gestützt zur Behandlung. Vor sechs Jahren wurde Jair Opfer einer Landmine und verlor sein linkes Bein. Damit gehört er zu den über 11.000 Minenopfern in Kolumbien seit 1990. Nur in Afghanistan und einst in Kambodscha fielen mehr Menschen derartigen Sprengfallen zum Opfer.

Am Tag zuvor ist Montaña zehn Stunden im Bus nach Bogotá unterwegs gewesen. Außer dem Ticket für die Anreise kann er für seinen Aufenthalt in der Hauptstadt auf keine finanzielle Hilfe zurückgreifen. Er muss gegen vier Uhr mo…

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