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The week

from 20. until 26. July 2017

Frankreich

Weniger beliebt

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Foto: Getty Images

Der Aufstieg von Emmanuel Macron war kometenhaft, nun scheint sich die Begeisterung der Franzosen für ihren neuen Präsidenten abzuschwächen. In der Juli-Umfrage des Instituts IFOP bekundeten 54 Prozent der Befragten, sie seien mit Macron zufrieden, im Vormonat waren es noch 64 Prozent. Überraschend ist das nicht, schließlich plant die Regierung gerade Einsparungen der Staatsausgaben, von denen Rentner, Beamte und Bildungsinstitutionen betroffen sein werden – und die Armee. Irritierend ist allerdings, dass vor allem der wütende Rücktritt von Generalstabschef Pierre de Villiers (im Foto) von Frankreichs Medien als Ursache für die sinkende Beliebtheit des Präsidenten gewertet wird. Martina Mescher

Gewerkschaft

Nach der Schicht

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Foto: Imago

Hierzulande arbeitet jeder Sechste im Schichtbetrieb. Dass das nicht gesundheitsfördernd ist, gilt schon lange als ausgemacht. Eine Studie, die von der IG Metall in Auftrag gegeben wurde, hat nun untersucht, wie es Beschäftigten geht, die ständig in wechselnden Schichten arbeiten müssen. Rückenschmerzen und Schlafstörungen gehören zu ihrem Alltag. Wenn im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird, steigt das Herzinfarktrisiko. „Der Körper gewöhnt sich niemals an Nachtschichten“, stellen die Wissenschaftler fest. Arbeitsmediziner empfehlen deshalb kurze Schichtblöcke, mit wenig Nachtarbeit. Solche Erkenntnisse werden von Arbeitgebern trotz entsprechender Gesetze aber gern ignoriert. Martina Mescher

Rechtsextremismus

Gefährliche Aluhüte

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Foto: Imago

Sie verweigern Steuerzahlungen, besitzen keinen Ausweis und liefern sich mit Behörden gerne juristische Kleinkriege. Sie behaupten, dass das „Deutsche Reich“ in den Grenzen von 1937 fortbesteht und die Bundesrepublik nicht existiert. Es ist noch nicht lange her, da galten die sogenannten Reichsbürger nur als verschrobene Verschwörungstheoretiker. Seit einer von ihnen 2016 in Bayern einen Polizisten erschoss, gilt diese Einschätzung auch offiziell nicht mehr. Inzwischen traut das BKA den rechtsextremen Vertretern der Bewegung auch Terroranschläge zu, wie aus einem internen Bericht hervorgeht. 12.800 Personen werden der Szene zugerechnet, 800 davon gelten als Rechtsextreme. Martina Mescher

Philippinen

Unter Kriegsrecht

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Foto: Imago

Seit Monaten kämpft das Militär im Süden der Philippinen gegen IS-Terroristen, mehr als eine halbe Million Menschen aus der Stadt Marawi sind auf der Flucht. Im Mai wurde das Kriegsrecht für die Insel Mindanao verhängt, nun stimmte der Kongress dafür, diese Maßnahme bis Jahresende zu verlängern. Das sei zum Schutz der Zivilbevölkerung, teilte die Regierung unter Präsident Rodrigo Duterte mit. Protest gab es trotzdem. Denn bei vielen Bewohnern ruft diese Entscheidung Erinnerungen an den Missbrauch des Kriegsrechts in den 1970er Jahren hervor. Da nutzte es Diktator Ferdinand Marcos über neun Jahre, um Tausende politische Gegner festzunehmen, zu foltern und zu töten. Martina Mescher

USA

Der Opportunist

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Foto: Imago

Sie passen gut zusammen, Donald Trump und sein neuer Kommunikationsdirektor. In seinem früheren Leben war Anthony Scaramucci (im Foto) Hegdefonds-Manager und galt als liberaler New Yorker, der für offene Grenzen und striktere Waffengesetze plädierte. Damals mochte er die Demokraten und lästerte über Trump. Da war Trump natürlich noch nicht an der Macht. Zurzeit stellt kaum jemand so eindrucksvoll seine Wendehalsqualitäten unter Beweis wie Scaramucci. „Ich liebe diesen Präsidenten“, sagt er. Und als Liebesbeweis löschte er zahlreiche Tweets, die anderes nahelegten. Scaramucci nennt das Transparenz, Trump wird ihn dafür lieben, schließlich macht er es genauso. Martina Mescher