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Die Geschichte und das Ich darin

Familienbilder in körnigem Schwarz-Weiß: zwei Jungs mit Eltern in einem Paddelboot, eine junge Frau, die bei einer Party Akkordeon spielt und singt. Dann Gestapo-Fotos einer Frau. Und ein Brief, in dem ein Mann ruhig vom gegen ihn verhängten Todesurteil erzählt: „Es ist Krieg, die einen fallen in Stalingrad, die anderen in Plötzensee.“

So beginnt der aus der Ich-Perspektive des Nachkömmlings erzählte Dokumentarfilm Die guten Feinde, der vom Rheinland zur Zeit des Ersten Weltkriegs bis zur NS-Kontinuität westdeutscher Nachkriegsjustiz führt und um den Schriftsteller Günther Weisenborn kreist. Der ist Vater des Filmemachers und einer der paddelnden Jungs. Die Frau auf den Polizeifotos und Akkordeonspielerin ist die Mutter, Margarete Schnabel, genannt Joy.

Die Eltern von Christian Weisenbo…

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