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Reden in der Not

Jedem Kollegen, der in Schwierigkeiten steckt, schreibt der Regisser Miguel Gomes, empfehle er, sich einen Wal bauen zu lassen: „Damit lässt sich ein wenig Zeit gewinnen.“ So steht es im Logbuch einer Produktion, die das Land Portugal im vierten Jahr seiner offiziellen Krise erkundet, dabei eine sehr alte Erzählung in neue Erzählungen überführt und zugleich markiert, dass sie nicht als Adaption verstanden werden will. Was hier aus der Geschichtensammlung 1001 Nacht übernommen wurde, ist die Erzählstruktur, nicht die Stoffe oder Themen.

Der Wal liegt gegen Ende von Der Ruhelose hinter blauem Absperrband am Strand, und auch wenn mit seinem Auftritt keine Zeit gewonnen wird, weil er gleich darauf explodiert, wird er im Gedächtnis bleiben. Als Bild des großen Unglücks oder des großen Stills…

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