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Aus deutschen Landen

Ivan Petrov ist noch fremd in der neuen Stadt. Dass es in hiesigen Krankenhäusern eine Notaufnahme gibt, die an Freitagabenden geöffnet ist, hat ihm keiner gesagt. Als er sich an einem Freitag, bei seiner Arbeit im Schlachthaus, die Kuppe des kleinen Fingers seiner linken Hand nahezu komplett abgesägt hatte, meinten Vorgesetzte und Kollegen nur lapidar: Die Ärzte haben schon Feierabend.

An seinem dritten Arbeitstag war er dafür eingeteilt worden, Schweineköpfe mit einer langen Säge zu zertrennen. In der Luft, so erinnert sich Petrov, hing der Geruch von Schweineblut. „Ich musste sehr schnell arbeiten. Kaum hatte ich das eine Schwein zerteilt, da war schon das nächste an der Reihe. Damit ich die Säge schneller aus dem Tier lösen konnte, habe ich sie kurz von unten angefasst, um sie hochz…

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