Loading

The week

from 15. until 21. July 2021

USA mit Russland

Hacker-Jagd

placeholder article image

Foto: Getty Images

Die in Genf zwischen den Präsidenten Biden und Putin vereinbarten Kontakte über Cyberkriminalität finden statt. Erstmals haben sich nun Regierungsexperten beider Länder über die Abwehr sog. Ransomware-Angriffe auf Unternehmen verständigt. Jüngste Attacken dieser Art werden laut US-Behörden der REvil-Gruppe zugeordnet, die von russischem Territorium aus operieren soll. Diese und andere Strukturen bieten mittlerweile ihre Software Dritten an, die damit Daten von Firmen verschlüsseln und Lösegelder für eine Freigabe fordern. Seit September 2020 gibt es den Vorschlag von Wladimir Putin an das Weiße Haus, einen bilateralen Vertrag über IT-Sicherheit zu schließen. Lutz Herden

Thüringen ohne Neuwahl

Wankelstimmung

placeholder article image

Foto: IMAGO

Wie wird Thüringen im Herbst regiert? Das scheint nun unklar: Bislang konnte die Minderheitsregierung aus Linkspartei, SPD und Grünen auf die Unterstützung der CDU für verabredete Projekte zählen, gekoppelt jedoch an das Vorhaben, im Juli das Parlament aufzulösen und zur Bundestagswahl am 26. September Neuwahlen anzusetzen. Einzelne Abgeordnete aus CDU und Linkspartei kündigten jedoch an, die Auflösung nicht zu unterstützen; für den Antrag wären die Fraktionen auf Stimmen aus FDP oder AfD angewiesen, weshalb er zurückgezogen wurde. Nun gibt es weder Neuwahlen noch eine Regierungsverabredung. Wechselnde Mehrheiten in Zeiten des Wahlkampfs? Spannend. Elsa Koester

Schweiz gegen China

Streit über Sanktionen

placeholder article image

Foto: Getty Images

Über den Umgang mit China ist es zu einer Kontroverse zwischen der Regierung in Bern und dem Nationalrat gekommen. Letzterer verlangt als Parlament, das Freihandelsabkommen mit Peking neu auszuhandeln. Dann sollten internationale Standards bei Menschen- und Arbeitsrechten stärker einfließen. Bislang hat die Schweiz die EU-Richtlinien zu Sanktionen von 2020 nicht übernommen, sondern folgt dem eigenen Embargogesetz, das derartige Schritte erschwert. Ohnehin will die Exportwirtschaft keinen konfrontativen China-Kurs. Mit Swissmem hat sich der Verband der Maschinenbauer in einem Brief an den Bundesrat gegen mögliche Strafmaßnahmen ausgesprochen. Lutz Herden

Büchner-Preis

Verstörende Drastik

placeholder article image

Foto: Wolfgang Paterno/Picture Alliance/picturedesk.com

Der Georg-Büchner-Preis 2021 geht an den in Graz geborenen Schriftsteller Clemens J. Setz. In Graz wohnt auch die diesjährige Bachmannpreisträgerin Nava Ebrahimi. Kein Zufall? Vom dortigen Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung und vom Literaturhaus der Stadt gehe seit einiger Zeit eine Wirkung aus, „die weit über Österreich hinausstrahle“, so der Literaturkritiker Carsten Otte. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung lobt die „verstörende Drastik“ und „radikale Zeitgenossenschaft“ des Schriftstellers Setz, dessen „zutiefst humanistischen Impuls“. Nachzulesen ist all das auch im zuletzt erschienenen Pseudo-Sachbuch Die Bienen und das Unsichtbare (der Freitag 44/20). Katharina Schmitz

Ausgedacht & draufgesetzt

Knuffe Oligarchen

placeholder article image

Foto: IMAGO

Evgeny Bakurov, russischer Holzbaron, ließ in Sibirien Wälder schlagen, massiv und illegal. Die Ware, als nachhaltig zertifiziert, ging an den Möbelkonzern IKEA, wo Globalisierung nach Köttbullar schmeckt: läacker! Die zimmerten daraus Billy, Ivar, Bestå und Konsorten. Jedoch, IKEA wundert sich: „Den Vertrag mit Bakurov schlossen wir beim Elchejagen. Es gab Wodka, wir aßen Pilze. Was dann geliefert wurde – das Holz war top. Doch als wir Möbel daraus machten, es kam nur Schrott bei raus! Wie kann das sein?“ Ein Glück, dass wir Deutschen die Guten sind. Das Holz aus unseren Wäldern geht zurzeit nach China und in die USA. Heimische Handwerker gucken ins Astloch. Karsten Laske