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Tagebuch

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Tage erklärte eine Bekannte, in Kuba gehe jetzt „so richtig die Post ab“. Da schimmere das Jahr 1989 durch, womit der jähe Abgang des DDR-Sozialismus gemeint war, der ohne Gegenwehr versank. Kuba hat einem solch würdelosen Ende widerstanden, obwohl die ökonomische Hilfe der Bruderstaaten über Nacht ausblieb. Nur kann – was als Überleben schwer erkauft ist – irgendwann aufbrauchen, was Menschen ertragen.

Der in Havanna lehrende Sozialwissenschaftler Julio César Guanche sagt in dieser Ausgabe auf den Auslandsseiten: „Die Sozialpolitik war stets eine Säule des kubanischen Prozesses, aber zuletzt Kürzungen ausgesetzt … Es gibt Menschen, die in sehr prekären Verhältnissen leben.“ Das lässt aufhorchen, weil fehlende soziale Fürsorge für eine Revolution wie die k…

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