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Provinzler mit Raketen

Als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 den „kleinen Schritt für einen Menschen“ auf den Mond machte, galt dies nicht allen als „großer Schritt für die Menschheit“. Im Gegenteil: In der Mondlandung sahen viele das Sinnbild einer aus den Fugen geratenen Welt. Was heute, zum 50. Jahrestag, einhellig als erfüllter Menschheitstraum bejubelt wird, wurde seinerzeit kontrovers diskutiert.

Zahlreiche Kommentatoren wiesen auf die Widersinnigkeit davon hin, den Weltraum erobern, nicht aber irdische Probleme wie Armut, Krieg und Umweltverschmutzung lösen zu können. In diesem Sinne beschrieb der New-York-Times-Kolumnist Anthony Lewis die Mondlandung als „Flucht vor unserer irdischen Verantwortung, die wie jede Flucht ein schlechtes Gewissen hinterlässt“. Sie war aber nicht nur politisch umstritten – kr…

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