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Ohne Füße kann ich zu dir gehen

Die Hölle des Zuchthauses – wird sie Hella Lindau jemals wieder hergeben? Als Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe zu zehn Jahren Haft verurteilt, muss sie im Sommer 1934 ihre Strafe antreten und gerät umgehend in das Räderwerk seelenloser Abrechnung. Das geblümte Sommerkleid, ihre weißen Schuhe, der Lippenstift, die silberne Halskette, ein Geschenk ihres Verlobten Hermann Reimers, alles wandert in den großen Hanfsack. Übrig bleibt die Strafgefangene Lindau im Kattun der Anstalt, mit weißer Schürze, schwarz-weiß gewürfeltem Schal und der Nummer 47. Ist alles verpackt, wird der Sack zur Decke gezogen und verschwindet. Die Wärterinnen bedeuten Hella, was da entschwebt, werde sie kaum je wieder brauchen. Gemeint ist: nie wieder. Zehn Jahre im NS-Strafvollzug, wie soll das eine …

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