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The week

from 11. until 17. July 2019

UN-Bericht

Immer mehr Hungernde

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Foto: Getty Images

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm, weltweit steigt die Zahl der Hungernden. Der UN-Ernährungsbericht, der Anfang der Woche vorgestellt wurde, geht davon aus, dass im vergangenen Jahr 821 Millionen Menschen hungerten. Das bedeutet, jeder neunte Erdbewohner ist von Hunger betroffen. 2015 lag die Zahl bei 785 Millionen Menschen. Als besonders alarmierend bewerten die UN-Vertreter die Situation in Afrika, im Osten des Kontinents ist jeder dritte Einwohner unterernährt, Frauen sind der UN zufolge stärker betroffen als Männer. Als Ursache für die Hungerkatastrophe gilt neben Wirtschaftskrisen, politischen Konflikten und Bürgerkriegen auch der Klimawandel. Martina Mescher

Frankreich

Militär im Weltall

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Foto: Getty Images

Neben den traditionellen Streitkräften an Land, im Wasser und in der Luft wird Frankreichs Armee eine weitere Truppe bekommen. Am Vorabend der traditionellen Militärparade und Waffenschau zum Nationalfeiertag kündigte Staatspräsident Emmanuel Macron ein Verteidigungskommando für das Weltall an. Paris will 3,6 Milliarden Euro in das militärische Weltraumkommando investieren und damit Attacken auf Satelliten abwehren oder auch selbst ausführen. Die USA, China und Russland bauen ihr Arsenal für Weltraumkriege schon länger aus. Macron will, dass Frankreich da als Rüstungsmacht mitspielt. Zum „Friedensprojekt Europa“, das auf Abrüstung setzt, passt der Egotrip nicht. Martina Mescher

USA

Abschied vom Asyl

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Foto: Getty Images

Die US-Regierung hat eine Verschärfung des Asylrechts beschlossen. Migranten und Migrantinnen, die über einen anderen Staat in die USA eingereist sind, sollen kein Asyl mehr erhalten. Damit ist der Asylschutz für die meisten Geflüchteten aufgehoben. Bislang durfte jede Person – egal auf welchem Weg sie die USA erreicht hat – dort einen Asylantrag stellen. Die neue Regel zielt vor allem auf Menschen aus Mittelamerika, die über die Grenze zu Mexiko einreisen, und gilt auch für Kinder, die allein auf der Flucht sind. Sie sollen nun in Mexiko oder einem anderen Land den Flüchtlingsstatus beantragen. Mehrere Bürgerrechtsorganisationen haben bereits Klagen angekündigt. Martina Mescher

SPD

Tandem-Therapie

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Karl Lauterbach und Nina Scheer treten zur Wahl für den SPD-Vorsitz an. Der Gesundheitsexperte und die Umweltpolitikerin wollen das soziale und ökologische Profil der SPD schärfen. Es ist das zweite Duo, das sich meldet, seit die kommissarische Parteiführung eine Doppelspitze ins Spiel gebracht hat. Davor hatten Michael Roth, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, und die ehemalige NRW-Familienministerin Christina Kampmann eine Team-Kandidatur angekündigt. Alle, die bis jetzt den Hut in den Ring geworfen haben, werden dem linken Parteiflügel zugerechnet. Der Andrang auf das „schönste Amt neben dem Papst“ (Müntefering) hält sich zurzeit ohnehin noch sehr in Grenzen. Martina Mescher

Glyphosat

Ein Verbot geht nicht

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Foto: Getty Images

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner glaubt nicht an ein Ende des Unkrautvernichters Glyphosat vor 2022, ein Verbot sei nicht vereinbar mit EU-Recht. Österreich hat dessen Einsatz Anfang Juli als erstes Land der EU dennoch verboten. 2017 hatte die EU-Kommission den umstrittenen Unkrautvernichter für einen Übergangszeitraum weiter zugelassen. Eine Enthaltung aus Deutschland hätte das verhindern können. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sogar angekündigt, sich weiter für den Einsatz des nach Einstufung der WHO wahrscheinlich krebserregenden Mittels einzusetzen. In den USA laufen über 13.400 Klagen gegen die Bayer AG, die das Mittel Roundup vertreibt. Katharina Schmitz