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Das Doppelspiel des Horst Seehofer

Es gibt eine deutsche Regierungskrise, die sich vor Kurzem noch so darstellte: Ein Bundesinnenminister weigert sich, die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin anzuerkennen, will gegen ihren Willen Asylsuchende an der Grenze abweisen lassen. Die Kanzlerin, statt ihn gleich zu feuern – er sitzt immerhin einer Koalitions-, ja einer „Schwesterpartei“ vor –, sagt vorsichtshalber nur, sie lehne „nationale Alleingänge“ ab. Um den Konflikt mit Horst Seehofer zu entschärfen, verspricht sie, die EU werde in dieser Frage zusammenarbeiten, und trifft sich zuerst mit Emmanuel Macron, dem französischen Präsidenten.

Sieht das nicht ein bisschen wie Unfähigkeit aus? Oder wie Rücksichtslosigkeit? Angela Merkel, konnte man denken, habe ein innerdeutsches Problem nicht innen gelöst, sondern nach außen versch…

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