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Die Stadt als Arche

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Illustration: Susann Massute für der Freitag

In diesem Jahr lebe ich 35 Jahre in Berlin. Wenn ich durch die Schönhauser Allee gehe an einem heißen Sommertag, rieche ich manchmal noch die Erwartungen der aus der Provinz geflohenen jungen Frau, die sich an die olfaktorische Gegenwart der großen Stadt banden, den Geruch aus Lindenblüten und Wasser, das auf vertrocknete Straßen gesprüht wird, vermischt mit dem herberen von Einkellerungskartoffeln, Außentoiletten und toten Mäusen, versotteten Schornsteinen und Linsensuppe mit Speck, wenn man durch eine Toreinfahrt auf den Hinterhof wechselte. Die Kaputtheit der Stadt passte zu meinen zerstörten Kinderillusionen, da ließ sich etwas Neues aufbauen, und in den unrenovierten Räumen und auf den Friedhöfen waren die früheren Generationen g…

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