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Hinter Panzerglas

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Polizeimaßnahmen ohne richterliche Kontrolle sind mittlerweile an der Tagesordnung Foto: Stephane de Sakutin/AFP/Getty Images

Nach jedem Anschlag heißt es in den Kommentarspalten: „Alles kein Zufall.“ Und dann dreht sich das immer gleiche Erklärungskarussell, und die Zeit der Vereinfacher und Zurechnungsspezialisten beginnt. Über Motive des Täters von Nizza und seine politische Herkunft ist zunächst zwar kaum etwas bekannt, aber die ethnische Zuordnung genügt schon für viele, um aus dem Tunesier einen eindeutigen Islamisten zu machen. Mit Verweis auf die Experten Hugo Micheron und Gilles Kepel erklärte etwa die FAZ Nizza kurzerhand zur „Geburtsstätte des digitalen Dschihad“, nur weil sich vor Jahren der Videopropagandist Omar Diaby dort aufgehalten hat. Anders als der rhetorisch…

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