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Abiy Ahmed in der Klemme

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Der äthiopische Regierungschef kann Tigray nicht aufgeben – aber auch nicht erobern

Foto: Tiksa Negeri/Reuters

Vor kurzem noch als Heilsbringer bejubelt, 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, heute als Kriegstreiber verschrien: Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed. Er war als Reformer im April 2018 angetreten, er hatte den Mut, mit dem Erzfeind, der abtrünnigen Provinz Eritrea, von Staat zu Staat Frieden zu schließen. Und das nach Jahrzehnten zermürbender Waffengänge. Für Eritrea ein wohlfeiler Ausgleich, denn Abiy Ahmed verzichtete darauf, den Hafen von Assab am Roten Meer zurückzuverlangen. Dabei war der Zugang zum Meer zentrales Kriegsziel Äthiopiens im Kampf um Eritrea gewesen.

Der Friedensschluss war wichtig, da ansonsten weder ausländische Hilfsgelder noch Inves…

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