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Mehr als Überleben

Es ist erst wenige Wochen her, da befand sich Italien im dunkelsten Frühjahr seit Langem. Roms Stadtkörper ausgebleicht, vom matten Blau der Polizisten abgesehen, aus dem Norden Bilder von Särgen, die die Armee auf Friedhöfen ablud. Dazwischen immer wieder Menschen mit blauen und weißen Stoffmasken, die in ordentlichen Abständen Schlange vor Apotheken und Supermärkten standen. War das noch Italien oder schon Nordkorea?

Die Folgen des Corona-Ausnahmezustands mit einem der härtesten Lockdowns Europas werden in Italien erst allmählich sichtbar. Der Schock sitzt tief – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Darauf hingewiesen haben auch zwei Philosophen, die einander recht ambivalent gegenüberstehen. Sie übernehmen die Aufgabe, zu vermitteln, was noch vermittelt werden kann, sie agieren als Anwält…

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