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Priester und Raver

Im Herbst postete Jeremy Shaw auf Instagram den Scan eines Visums. Gültig für Deutschland, vom 19-11-07 bis 18-11-08, beglaubigt durch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Vancouver. Dazu die Anmerkungen: Regierungsabsprache Jugendmobilität. Jede Beschäftigung gestattet. Es ist das Visum, mit dem der Künstler vor zehn Jahren nach Berlin kam. Wobei „Jugend“ für die Architekten des Abkommens eine ähnlich dehnbare Lebensphase zu sein schien wie für das kürzlich eingestellte Magazin Neon (Slogan: „Eigentlich sollten wir erwachsen werden“). Shaw ist 30, als er nach Berlin zieht. Wie so viele Künstler bleibt er, inzwischen vertritt ihn mit der König Galerie eine der aufsehenerregendsten der Stadt. Seit 2016 hat er ein unbefristetes Visum. Based in Berlin hieß 2011 eine Art Le…

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