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Grummelnder Jubel

Literaturkritik kann schrecklich lästig sein. Für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sich missverstanden, verfolgt und persönlich angegriffen fühlen. Für Verlage, wenn nach einem Verriss die jahrelange Arbeit an einem Text in Frage gestellt und die Ware Buch nicht mit dem erhofften Werbezitat angepriesen werden kann. Für das Publikum, das sich von anspruchsvoller Sprachanalyse gestört fühlt; der Alltag ist ohnehin schon stressig genug, da möchte man bitteschön vor allem Empfehlungen, am liebsten Lektürehinweise auf Bücher, die entspannen, mit Witz, Spannung oder einem Überschuss an Gefühl.

Alles total falsch. Alles! Alles!

Wenn Kritikerinnen und Kritiker diesen Bedürfnissen nicht nachkommen, sondern einfach nur ihrer Arbeit nachgehen, indem sie bei einer Erzählung etwa Figurenz…

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