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2003: Kamerad Karl-Heinz

Als kleiner Junge lässt sich Uwe Timm die Geschichte vom Ritter Blaubart nie bis zum bitteren Ende vorlesen. Als sollte er ahnen, dass ihn nicht loslassen wird, was passiert, als Blaubarts Frau das verbotene Zimmer betritt und ihr ein Strom von Blut entgegenkommt. „Und an den Wänden herum sah sie tote Weiber hängen, und von einigen waren nur die Gerippe noch übrig.“

In seiner 2003 erschienenen autobiografischen Erzählung Am Beispiel meines Bruders hat Timm sein Erschrecken über das von Blaubart angerichtete Grauen am Anfang gestreift. Als würde er ein Gleichnis brauchen, um darauf einzustimmen, mit diesem Buch ebenfalls eine lange verschlossen gehaltene Tür aufzustoßen und sich eines Lebens zu besinnen, das vor mehr als einem halben Jahrhundert zu Ende ging. Das es seit dem 16. Oktober …

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