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„Ein schillernder Irrsinn“

In einer Halle der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel liegen Leichen aufgebahrt. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die Verwesung, faulendes Fleisch, Einschusslöcher. Über ihnen stehen Maskenbildnerinnen und schminken die Körper, bei denen es sich in Wahrheit um Komparsen eines Leichencastings handelt. Dazwischen schwirrt die Künstlerin Hannah Hurtzig umher. Sie arbeitet mit ungewöhnlichen Konzepten von Wissensvermittlung, mit Videos, Expertengesprächen und Musik, in die man sich beliebig per Audiokopfhörer zuschalten kann. In ihrer neuen Installation spürt sie dem Tod nach – und der Frage, was eigentlich mit den ertrunkenen Geflüchteten im Mittelmeer passiert.

der Freitag: Frau Hurtzig, Ihre Installation heißt „Die Stillgestellten“. Wer ist damit gemeint?

Hannah Hurtzig: Mich haben zwei …

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