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The week

from 6. until 12. July 2017

Deutschland

Arbeit muss teurer werden

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Foto: Imago

Dieser dritte Platz hinter Griechenland und Portugal ist für Deutschland kein Ruhmesblatt: Zwischen 2000 und 2016 sind die Arbeitskosten, also die Gesamtausgaben der Arbeitgeber für die Beschäftigung der Arbeitnehmer, hierzulande nur um im Schnitt zwei Prozent jährlich gestiegen. In Südeuropa ist dafür die Sparpolitik nach der Krise verantwortlich, in Deutschland die lange, rigide Lohnzurückhaltung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. 2016 stieg der deutsche Wert laut Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung um 2,5 Prozent auf 33,60 Euro pro Stunde: EU-weit Platz sieben, aber weiter zu wenig, um Europas Ungleichgewichte ins Lot zu bringen. Sebastian Puschner

Slowenien/Kroatien

Streit um Meer-Zugang

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Foto: Getty Images

Zwar hat das UN-Schiedsgericht in Den Haag zugunsten Sloweniens entschieden, dass es einen erweiterten Meereszugang erhalten müsse. Doch werde Kroatien als betroffener Staat das missachten, lässt Premier Plenković wissen. Er verletzt damit kein Völkerrecht, weil die Urteile der Haager Kammer empfehlenden Charakters sind. Der Streit zwischen beiden Ländern hat sich am Konflikt um die Bucht von Piran entzündet. Die slowenische Regierung will dort nach dem Ausbau des Frachthafens Koper einen 2,5 Seemeilen breiten Korridor zum offenen Meer, der nördlichen Adria. Kroatien weist das zurück, das Verfahren habe nicht von Anfang an rechtlichen Standards genügt. Lutz Herden

Bundestag

Männer erklären die Welt

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Foto: Getty Images

Am 19. Februar 1919 sprach zum ersten Mal eine Frau in einem deutschen Parlament: die Sozialdemokratin Marie Juchacz. Die Internetplattform Mandatsrechner hat in Zeiten, in denen die halbe Welt über Mansplaining spricht, einen Blick darauf geworfen, wie es um den Frauenanteil im nächsten Bundestag bestellt sein könnte. Die Prognose fällt ernüchternd aus: 32 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit 15 Jahren. Grundlage der Analyse sind Umfragewerte und die Listenaufstellungen der Parteien. Während bei SPD, Linken und Grünen der Frauenanteil nahezu gleich geblieben ist, sorgen AfD, FDP und Union für den Backlash. Aussichtsreiche Listenplätze haben sie für Männer reserviert. Martina Mescher

Syrien

Zonen des Friedens

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Foto: Getty Images

Wie im Norden Syriens und rings um die Großstädte Hama und Homs werden nun auch im Südwesten des Landes an der Grenze zu Jordanien Deeskalationszonen eingerichtet, in denen eine Waffenruhe gilt. Dies war eines der wenigen greifbaren Ergebnisse des Hamburger G20-Gipfels, erzielt zwischen den Präsidenten Trump und Putin. Die Feuerpause trat am 9. Juli gegen elf Uhr MESZ in Kraft und wird von russischen Militärpolizisten überwacht. Sie betrifft die Provinzen Kunaitra, Daraa und Sweida, in denen es allenthalben Orte gibt, die von Anti-Assad-Kräften gehalten werden, aber von der syrischen Armee eingekesselt sind. Über einen Abzug ohne Gefangenschaft wird verhandelt. Lutz Herden

Brasilien

Minister in Haft

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Foto: Getty Images

Es trifft mit Staatsminister Vieira Lima (Foto) einen Politiker aus der Entourage von Präsident Temer. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Korruption erlassen, der inzwischen vollstreckt wurde. Wie das Portal amerika 21 meldet, wird Lima beschuldigt, Geschäfte der Staatsbank Caixa Econômica Federal so beeinflusst zu haben, dass Privatfirmen begünstigt wurden. Mutmaßlich haben die sich revanchiert, indem sie den Beschuldigten mit Provisionen versorgten. Die Affäre wird für Präsident Temer zu einem ungünstigen Zeitpunkt ruchbar. Ende Juni hat Generalstaatsanwalt Janot gegen Temer Anklage wegen Korruption erhoben, der daraufhin nicht zum G 20-Gipfel reiste. Lutz Herden