Loading

Der Zukunft abgewandt

Man muss gleich vorneweg sagen: Ein Leben ohne Mosaikkunst, ein Leben ohne die großformatigen Bilder an den Fassaden der Städte ist möglich, aber sinnlos. Die beige Farblosigkeit, die beliebige Formensprache der neoklassischen, neoitalienischen, neoverglasten Investorenbauten sind ein Spiegel jener grassierenden Utopieverneinung, die konträr zum Mosaik stehen muss. Aus den Fassaden der Innenstädte dünstet jene Leere, legt sich einem als fader Geschmack in den Mund, wird bitter, auch wenn sich Architekten mühen, aus der verklärten Vergangenheit wie aus einem Steinbruch zu zitieren: Wer durch München, Hannover oder Hamburg radelt, in Hauptbahnhöfen auf Züge wartet, Kinder zur Schule bringt oder in Markthallen herumstöbert, muss sich tödlich langweilen. Von Plakatwänden lächeln Familien in…

To read the full article / issue please login with your Freitag-ID. If you're not a subscriber of Freitag digital please choose one of our offers below.