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Zensur ist da, wo wir nicht sind

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Plakat für Serebrennikows Film „Leto“ (2018)

Foto: Prod.DB/Imago Images

In seinem letzten Film, Leto (2018), entführte Kirill Serebrennikow den Kinozuschauer in die romantisch-rebellenhafte Szene rund um den Leningrader „Rockclub“ des Jahres 1980. Die samtigen Schwarzweißbilder suggerierten eine bittersüße Melancholie, die sich dann bei näherer Betrachtung als illusionsloses Betrauern gebrochener Biografien herausstellte. In der Sowjetunion von 1980 fanden keine Massenverhaftungen mehr statt, aber jeder Künstler musste sich mit dem Dilemma auseinandersetzen, entweder sein Schaffen durch Zensur genehmigen zu lassen und damit das eigene Künstlertum zu kompromittieren – oder eben in Kauf zu nehmen, nur im Untergrund, unter nie ganz absehbaren Gefahren für Leib und Seele, zu veröffe…

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