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Keupstraße ist überall

Das politische Hin und Her um das Mahnmal, das an den Bombenanschlag am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße erinnern soll, ist ein Trauerspiel. Es droht obendrein, eine moralische Bankrotterklärung zu werden. Die Opfer des Anschlags wurden Jahre lang verdächtigt und verhöhnt. Ermittelnde Polizisten haben sie stigmatisiert und ihre Nachbarn und Familien diskreditiert. Manche der Betroffenen haben diesem Land den Rücken gekehrt und es für immer verlassen. Ihr Vertrauen in den deutschen Staat ist zerbrochen.

Jetzt, 15 Jahre nach dem Anschlag, gibt es eine kleine, jedoch nicht nur symbolisch bedeutsame Chance zur Wiedergutmachung: Ein von der Stadt Köln 2016 als Sieger in einem Wettbewerb gekürtes Mahnmal soll an jenen dunklen Tag erinnern, an dem fünfeinhalb Kilo Schwarzpulver 702 Zimmer…

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