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Ohne Worte

David Lynch lächelt selten auf Fotos. Seine Gesichtszüge sehen aus wie gemeißelt, die Statuen auf den Osterinseln könnten Pate gestanden haben. Er wirkt dabei nicht finster, eher wie einer, der viel grübelt. Gespitzte Lippen, hängende Augenlider: Lynch ist durch und durch der Altmeister im Winter seines Lebens. Seine Haartolle macht das Bild komplett; als wäre die üppige Locke mitten in einem abgründigen lynchischen Gedanken schockgefroren.

Seit 40 Jahren entführt Lynch sein Publikum aus malerischen Landstrichen in surreale Dimensionen, die von Dämonen, Doppelgängern und psychopathischen Mördern bevölkert werden. Er hat Bilder erschaffen, die einen nicht mehr loslassen: das wimmernde, entstellte Baby in Eraserhead, das abgetrennte Ohr in Blue Velvet, die blutige, schädelberstende Gewalt…

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