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The week

from 28. until 4. July 2018

AfD

Rente fürs Volk

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Foto: Getty Images

Kaum hat die CSU den migrationspolitischen Kurs der AfD übernommen, kümmert sich das Original um Sozialpolitik. Auf dem Bundesparteitag in Augsburg hat die AfD entschieden, das Thema auf einem Sonderparteitag zu behandeln, um sich für die Landtagswahlen 2019 in Thüringen, Sachsen und Brandenburg zu wappnen. Parteichef Jörg Meuthen legte in Augsburg vor: Private Altersvorsorge soll das umlagefinanzierte Rentensystem ersetzen. Widerspruch ist von Björn Höcke zu erwarten, der auf soziale Gerechtigkeit für den „kleinen Mann“ setzt, um im Osten zur „Volkspartei“ zu werden. Alice Weidel schloss am Rande des Parteitags eine Koalition mit der CSU in Bayern nicht aus. Elsa Koester

PDS 70b

Nachwuchs im All

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Foto: A. Müller/ESO

Miriam Keppler und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg haben das erste bestätigte Bild eines frisch gebildeten Planeten aufgenommen. Es ist der bisher klarste Schnappschuss eines Babyplaneten, er ist als heller Lichtfleck in der Staubscheibe um ihn herum zu erkennen. Babyplanet PDS 70b ist vermutlich erst knapp fünf Millionen Jahre alt – nach kosmischen Maßstäben also gerade erst geboren. Sein Radius liegt zwischen dem 1,4- und 3,7-Fachen des Jupiter. Auf dem PDS 70b herrscht eine Temperatur von etwa 1.000 Grad Celsius, wie Spektralanalysen zeigen. Trotz der Hitze scheint der junge Planet Wolken in seiner Atmosphäre zu besitzen. Katharina Schmitz

Schweden

Ja zum Sex

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Foto: Imago

In Schweden gilt seit dem 1. Juli das verschärfte Gesetz zu Vergewaltigung: Haben nicht alle beteiligten Personen ihre Zustimmung zum Sex signalisiert, können die Handlungen als sexualisierte Gewalt strafverfolgt werden. Das Gesetz geht über das in Deutschland geltende Recht hinaus, das für die Strafbarkeit einen wahrnehmbaren Widerwillen voraussetzt, nicht die fehlende Zustimmung. Antifeministen nutzten die Gesetzesverschärfung für die Polemik, in Schweden müsste in Zukunft vor dem Sex ein Vertrag unterschrieben werden. Richterinnen stellten jedoch klar: Eine körperliche Beteiligung kann als Zeichen der Zustimmung ausreichen. Sex müsse freiwillig sein. Elsa Koester

Frankreich

Papiere für den Botschafter

Eric Fournier hieß vor Kurzem der französische Botschafter in Ungarn. Ein Leak führte zu seiner Absetzung: Fournier (Foto) hat die Anti-Einwanderer-Politik des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán in einem vertraulichen Schreiben an den Élysée-Palast gelobt und als „Modell“ für Frankreich bezeichnet. Fournier kritisierte zudem die Kritik französischer Medien am Antisemitismus in Ungarn: Sie würden damit vom „wahren Antisemitismus“ der „Muslime in Frankreich und Deutschland“ ablenken. Die französische Investigativseite Mediapart veröffentlichte das Memo, woraufhin Präsident Macron Fournierabsetzte. Nun heißt die Botschafterin in Ungarn Pascale Andréani. Elsa Koester

Österreich

Überstunden für alle

Rund 100.000 Menschen haben am Samstag in Wien gegen eine Gesetzesvorlage zur Arbeitszeitflexibilisierung demonstriert. Der Vorschlag der österreichischen Regierung aus ÖVP und FPÖ sieht vor, dass die Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche angehoben wird. Der vom Gewerkschaftsbund organisierte Protestmarsch war die größte Demonstration seit 2003. Nachdem selbst an der FPÖ-Basis Kritik laut geworden war, hatte die Regierung ihr Vorhaben so abgeändert, dass die zusätzlichen Überstunden nur unter der Bedingung der Freiwilligkeit zu leisten seien. Die Opposition kritisierte, dass Arbeitnehmer wohl trotzdem zu Überstunden gezwungen wären. Pepe Egger