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Bin nicht

Seit zwei Jahren haben wir unser gelbes Zimmer nicht mehr betreten. Chang war damals hineingehuscht, wie eine Katze unters Sofa. Diese kleine hübsche Südkoreanerin in ihren schwarzen Klamotten. Sie würde sich schon eingewöhnen. Jetzt stehen wir wie Detektive in diesem Zimmer und versuchen, Chang zu verstehen.

„Kim Chang“ (Name geändert) hatten wir zur Begrüßung mit bunten Buchstaben an unsere Wohnungstür geklebt. Wir würden gemeinsam essen, vielleicht würde sie meiner Tochter die Nägel schwarz lackieren, so wie es die spanische Gastschülerin gemacht hatte, die vor Chang im gelben Zimmer gewohnt hatte. Kim Chang war 16 und ging auf das Gymnasium, auf das auch unser Sohn gegangen war, als das gelbe Zimmer noch seins gewesen ist. Wir würden gemeinsam südkoreanisches Essen kochen, morgens w…

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